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Kanadas Norden

Das Yukon Territory: Vor hundert Jahren löste der große Klondike Gold Rush eine regelrechte Völkerwanderung in Kanada aus. Heute zieht es immer noch Menschen in den Yukon – und das hat seine guten Gründe. Als nordwestlichster Teil von Kanada erstreckt sich der Yukon über eine Fläche von 483.450 km² und ist damit so groß wie Deutschland, Dänemark, Belgien und die Niederlande zusammen. Das Territorium, welches sich keilförmig zwischen das dreimal größere Alaska und die Northwest Territories schiebt, grenzt im Süden an British Columbia; im Norden bildet die Beaufortsee, ein Teil des Nordpolarmeers, die natürliche Grenze von Kanada. Gebirgszüge, die sich z.T. aus den Rocky Mountains fortsetzen, bedecken fast den gesamten Yukon. Insgesamt leben im Yukon gerade mal 31.500 Einwohner – und zwei Drittel davon in der Hauptstadt Whitehorse. Es gibt nur noch wenige Reiseländer, deren Name allein das Fernweh weckt – der Yukon gehört ohne Zweifel zu diesen Regionen. Seit Jack Londons Zeiten ist der Norden von Kanada das Zauberwort für Abenteuer, menschenleere Wildnis und unvergleichliche Natur. In den Herbst- und Frühlingsnächten bietet sich den Besuchern übrigens ein ganz besonderer visueller Genuss und ein fantastisches Naturschauspiel in Kanada: die Polarlichter! Sie entstehen, wenn von Sonnenwinden elektrisch aufgeladene Teilchen auf das die Erdpole umgebende Magnetfeld treffen. Es ist schon ein wundersames und einzigartiges Phänomen, wenn die rot, blau und grün schimmernden Schleier über dem Himmel von Kanada tanzen. 

Die North West Territories: Einsamkeit, urtümliche Naturschönheit, zahllose Flussläufe, eine einzigartige Tierwelt und freundliche Menschen aller Kulturen sind das Markenzeichen der Northwest Territories in Kanada. Selbst in der „Hauptsaison“ können Sie davon ausgehen, dass Sie hier quasi das ganze Territorium für sich haben und höchstens auf ein paar gleichgesinnte Individualisten, Naturliebhaber und Abenteuerer und Kulturinteressierte treffen werden. Im Süden sind die Northwest Territories wie mit dem Lineal durch den 60. Breitengrad abgesteckt, im Westen durch den Yukon begrenzt, im Osten durch das neue Territorium Nunavut. Die Northwest Territories sind eine Ecke in Kanada, die kaum einer kennt – und daher nach wie vor ein echter Geheimtipp! Und dabei lassen sie sich ganz hervorragend mit einer Reise in den Yukon oder aber Albertas im Norden von Kanada verbinden. Im Gegenzug für gewisse infrastrukturelle Entbehrungen wird man mit einer grandiosen Natur entschädigt. Der Norden von Kanada stellt an jegliche Form von Leben harte Bedingungen, aber trotz der unwirtlichen Gegebenheiten ist die Vielfalt an Tieren und Pflanzen erstaunlich. In den Parks bieten sich gute Möglichkeiten, einige davon kennenzulernen. U.a. leben dort Moschusochsen, Bären, Bisons, Karibus, Schnee-Eulen, Schreikraniche, Pelikane und Schneehühner. Im Sommer kann man an der nördlichen Küste von Kanada sowie in den Gewässern um die Inseln Wale, Walrosse und Robben beobachten. Der Pflanzenreichtum der Northwest Territories umfasst mehr als 800 verschiedene Arten und reicht von Moosen, Flechten und Farnen der arktischen Tundra bis hin zu Fichten, Lärchen und Birken der subarktischen Zone. Sobald Ende August die ersten Sterne funkeln, füllt sich der Himmel des Nordens von Kanada mit dem Tanz der Aurora borealis – den Polarlichtern. In manchen Nächten hängen sie wie leicht bewegte Vorhänge herab, in anderen wiederum zucken leuchtende Farbkaskaden über den Himmel. Die klaren Nächte von September bis März sind die beste Zeit, dem Schauspiel beizuwohnen.

 
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